Battle Royale (2000)

Kame: So Seph, es bleibt kampflastig bei uns, aber diesmal kommen Wrestlingbegriffe an die Tagesordnung >:)

 

realsephiroth: Ich für meinen Teil war jahrelang Wrestlingfan. Meine Lieblingsveranstaltung war immer die Battle Royale, und mit dieser recht billigen Überleitung wären wir auch schon beim heutigen Thema^^

 

K: Da stimme ich dir glatt zu! Jeder gegen jeden, es kann nur einen geben, der perfekte Titel für unseren japanischen Actionfilm nach dem Erfolgsroman

 

r: Also könnte man sagen, wir habens hier wieder mal mit einer Romanverfilmung zu tun, sowas ist immer heikel, doch fangen wir mal von vorne an. Womit haben wirs hier zu tun?


K: Der Zukunft ^^ Japan und China haben sich nämlich zum Superstaat Großasien vereint der von einer Diktatur regiert wird. Nun hat das Land wie viele andere Probleme, und um der Jugendkriminalität, der Arbeitslosigkeit und der Überbevölkerung herr zu werden hat man sich ein besonders brutales Programm ersonnen, der namensgebenden "Battle Royale". Irgendwas sagt mir das hat nichts mit Wrestlingringe und Masken zu tun

 

r: Da hast du sogar mal recht. Nein, es handelt sich um ein "Spiel", bei dem durch ein neutrales Losverfahren jedes Jahr eine Schulklasse ausgewählt wird um daran teilzunehmen. Der Sinn des Spieles ist simpel - die Schüler werden aufeinandergehetzt und müssen sich so lange gegenseitig umbringen, bis nur noch ein Einziger übrig ist. Dieser hat dann gewonnen und darf sich freuen.

 

K: So beginnt also der Film mit einer Klassenreise an der auch unser Hauptdarsteller Shuya teilnimmt. Plötzlich flutet sich der Bus mit Betäubungsgas und alle erwachen nach dieser Aktion auf einer fremden Insel. Dort begrüßt sie dann... Augenbraue heb FÜRST TAKESHI? Wo ist die Smaragdgarde Seph?! >.>

r: Jaja, der gute "Beat" Takeshi Kitano. Der ist mit seinen Rollen eigentlich recht vielfältig. Angefangen hatte er eigentlich mal als Komiker, spielte dann aber zunehmend ernstere bis brutale Rollen. Man kennt ihn aus Filmen wie "Zatoichi - der blinde Samurai", "Brother", "Outrage" oder "Blood and Bones". Hier gibt der bekannte Schauspieler/Regisseur den Spielleiter und ehemaligen Klassenvorstand Kitano (wie einfallsreich).

 

K: Ohweh der ehemalige Klassenlehrer begrüßt seine alte Klasse und konfrontiert sie mit dem Spiel aus dem es keinen Ausweg geben soll. Denn alle haben explodierende Halsbänder um die zur Not jeden der nicht mitspielen will ausschaltet. Nach einem kurzen (und extrem lustigen) Einleitungsvideo bekommt jeder Schüler eine Tasche mit Wasser, einer Karte und einer zufälligen Waffe. Nebenbei: Nicht jeder der Schüler ist so unbedarft wie Shuya oder?

 

r: Bei Shuya ist es ja der Fall, das er generell daran glaubt, das alles gut wird, wenn nur niemand das Spiel mitspielt. Aber das sieht nicht jeder so. Da hätten wir zum Beispiel Kiriyama, einen Psychopathen, der das Spiel nur des Tötens willen spielt. Auch Kawada spielt das Spiel verbissen mit, wobei er einen ganz spezielle Grund zu haben scheint. Aber nicht nur Männer sind aufs töten versessen. Auf weiblicher Seite stünde da zum Beispiel "Hardcore" Mitsuko Souma, für die ein Menschenleben nur so viel zählt, solange es ihr nützt. Alles in allem sind also reichlich Protagonisten zum Töten und getötet werden vorhanden
 

K: Jaja schläfenreib THEORETISCH eine gute Ausgangslage. Hattest du nicht auch Manga und Roman dazu gelesen?

 

r: Bei mir war die Reihenfolge - 1. Film, 2. Manga, 3. Roman

 

K: Können wir Manga und Roman als "großartig" abharken?

 

r: Wir können nicht nur, wir müssen sogar. Ist ne Tatsache

 

K: Danke, neue Frage: WAS ZUM GEIER HAT MAN SICH BEI DIESEM FILM GEDACHT? >o< Ich meine ich gönne Filmemachern Änderungen, aber wozu ein Film über 20 bis 30 Einzelschicksalen? Erstens kann der Film gar nicht die Zeit für alle erübrigen, noch kann er mit einer Änderung überzeugen. Kiriyama, einer der fürchterlichesten Schurken des Romans/Mangas, verkommt hier zu einem 08/15 Bösewicht dessen Dasein nichtmal sinn macht. Was soll das Seph? Wer kam auf diese Idee?

 

r: Na, wenn du damit meinst, wer diesen Film "verbrochen" hat, der Regisseur heißt Kinji Fukasaku, aber das lassen wir mal bei Seite. Ich gehe mal ein bisschen auf die vielen Sachen ein, die mir nicht gefallen haben. Zunächst mal stimmt es. Die Klasse besteht aus 42 Schülern, und in Buch/Manga hatte jeder einzelne Schüler eine Geschichte und Schicksal. Natürlich hatten einige mehr Platz als andere, aber jedes Schicksal war nachvollziebar. Davon ist im Film keine Spur zu finden. Hinzu kommt, das die Beziehungen untereinander komplett untergehen.

K: Was dem Film in meinen Augen auch nahezu einen Todesstoß gibt ist der Großteil des Actings: Es ist wirklich streckenweise sehr schlecht. Der Darsteller des Shuya und die böse Mitsuko sind ganz ok in ihren Rollen. Doch fast alle anderen Jungdarsteller agieren so überzogen Gestikulierend das ich mir teilweise wie in einem gaaanz schlechten Jackie Chan Comedystück vorkomme. Das ist ein unfassbar ernster und düsterer Roman! Da hilft auch keine schlechte Synchro der Deutschen! Und wieso ist der Film mit der FSK 18 geschnitten Seph?!

 

r: Als der Film 2002 in Deutschland auf DVD kam wurde sie sehr stark geschnitten. Es lag wohl am generellen Thema, das auch die geschnittene Fassung keine FSK Freigabe bekam. 2004 kam dann eine geringe Stückzahl ungeschnittener DVDs heraus. Diese wurde mit dem SPIO Siegel versehen.

 

K: Spi-was?

 

r: Die SPIO ist eine Juristenkommission, die einen Film auf strafrechtliche Unbedenklichkeit prüft. Man kann durch sie auch Filme erneut prüfen lassen, die indiziert bzw. beschlagnahmt wurden. Jedenfalls wurde auch hier eine Neuauflage wiederum geschnitten. Die ungekürzte Fassung steht soweit ich weiß dank der BPjS sogar auf dem Index.

 

K: Ich denke es wird auch keinen Kümmern. Ich könnte noch viel lamentieren, z.B. warum wird jede Leiche mit Blut eingeschmiert, selbst jene die sich zu Tode stürzen? Wieso kann jemand mit einem Maschinengewehr so schlecht zielen? Aber machen wir dem Elend ein Ende, wie lautet dein Urteil zu diesem Film?

 

r: Die Wahrheit ist, das der Film gerade noch so durchgeht, solange man weder Roman noch Manga kennt. Wenn dies jedoch der Fall ist, ist die Verfilmung unten durch. Schon klar, in einem 113 Minuten Film kann man nicht so viel unterbringen wie in 15 Bänden eines Manga oder 620 Seiten Roman, aber was hier alles gestaucht und geändert wurde spottet jeder Beschreibung. Da kann auch Kitanos Präsenz und die teilweise recht atmosphärisch Musik nicht mehr viel retten. Ich kann gerade noch so 1 Punkt vergeben und erteile den Ratschlag, unbedingt Roman und Manga zu lesen.

 

K: Leute ich sage das sicher nie wieder: HÖRT AUF SEPH! Geht und kauft das geniale Buch, oder lest den sehr guten Manga von Tokyopop! Der Film kann meiner Meinung nach nicht den Roman nachspielen, er verstümmelt ihn teilweise sogar. Ich würde dem Film Null Punkte geben, es gab aber zwei Dinge die es noch auf einen brachten. Die Szene im Leuchtturm kam ANSATZWEISE und wohl als Einziges etwas nach dem Buch, UND das Einleitungsvideo mit der Moderatorin XD Das war so überzogen und out of Place das es echt klasse war. 1 Punkt und die Empfehlung das Ding zu meiden

 

r: Immerhin kann ich sagen, das ich ohne den Film niemals auf den Manga und das Buch gekommen wäre, immerhin das kann ich ihm zu Gute halten

 

K: Damit danke fürs lesen und... kauft euch das Buch XD

 

realsephiroths Wertung:

Kames Wertung:

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Kommentare: 2
  • #1

    Conny (Montag, 02 Mai 2016 11:03)

    Ich hab den Film gesehen und fand ihn eigentlich recht gut.
    Liegt aber auch daran dass ich weder manga noch Buch jemals gelesen hab. ^^
    Die Story ist eigentlich ganz gut durchdacht, wobei es ziemlich bizarr ist auf diese Weise gegen Arbeitslosigkeit vorzugehen. ^^'
    Aber eins versteh ich net, wie kommt ihr bei dem Film auf Wrestling? Oo

  • #2

    Kame (Montag, 02 Mai 2016 11:04)

    @Conny "Battle Royale" bezeichnet eine Matchart im Wrestling bei der jeder gegen jeden im Ring kämpft ^^